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	<title>Michael Hausdorf &#187; Inszenierung</title>
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		<title>Serie: Theater und Religion (03)</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 04:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Inszenierung und Aufführung
Fischer-Lichte hat in ihrem Vortrag den Begriff der Inszenierung als Herleitungsschritt benutzt. Dazu hat sie eine Definition dieses Begriffs gewählt, wie er auch im Allgemeinen Theaterlexikon  verzeichnet ist: Inszenierung meint „das Ordnen des Personals und des Materials zum Ganzen der Darstellung einer dramatischen Dichtung“(1).
Sie führt des Weiteren aus, dass in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Inszenierung und Aufführung</h3>
<p>Fischer-Lichte hat in ihrem Vortrag den Begriff der Inszenierung als Herleitungsschritt benutzt. Dazu hat sie eine Definition dieses Begriffs gewählt, wie er auch im Allgemeinen Theaterlexikon  verzeichnet ist: Inszenierung meint „das Ordnen des Personals und des Materials zum Ganzen der Darstellung einer dramatischen Dichtung“(1).</p>
<p>Sie führt des Weiteren aus, dass in den letzten dreißig Jahren zudem eine Öffnung des Begriffs stattgefunden hat, so dass er auf alle Prozesse Anwendung finden kann, bei denen das Ordnen der Personen und des Materials dazu dient, etwas in Hinblick „auf eine bestimmte Wahrnehmung erfahrbar zu machen“(2).<br />
<span id="more-82"></span><br />
Man kann also sagen, dass eine Inszenierung in erster Linie etwas sinnlich erfahrbar macht, das anders in dieser Form nicht in Erscheinung treten kann.</p>
<p>Jens Roselt(3) hingegen verwendet  den Begriff „Inszenierung“ grundlegend anders. Bei ihm steht „die Gesamtheit der szenischen Elemente“ im Mittelpunkt, wobei er sich wahrscheinlich auf Craig(4) bezieht.</p>
<p>Ihm zufolge zählen zu einer Inszenierung alle Zeichensysteme des Theaters, die sich dadurch auszeichnen, dass sie geplant oder geprobt und auf Wiederholung angelegt sind.</p>
<p>Die sinnliche Erfahrung dieser Inszenierung, also den „Zusammenklang von Bildern, Räumen, Körpern, Geräuschen, Musik und (stimmlich artikulierten) Wörtern“(5), nennt Roselt eine „Aufführung“.</p>
<p>Er unterscheidet dahin gehend, dass eine Aufführung (einer Inszenierung) auf eine konkrete Situation und ein spezifisches Publikum bezogen ist: „Produktion und Rezeption laufen gleichzeitig ab und bedingen einander. Das heißt, eine Aufführung entsteht in der Interaktion ihrer Teilnehmer“(3).</p>
<p>Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Durch die Aufführung wird eine soziale Gemeinschaft auf Zeit gestiftet, die heterogen oder homogen strukturiert sein kann und deren Formation vielfältigen Ansprüchen ausgesetzt ist“(3).</p>
<p>Wie im Vorfeld angeführt, ist der Begriff der Theatralität kein spezifisch in der Theaterwissenschaft verwendeter Begriff, sondern kann als allgemein verwendete Bezeichnung für Prozesse, die dem Theater ähnlich zu sein scheinen, verwendet werden.</p>
<p>Da sich nun eine Theatralität aufgrund der nur schwammigen Fassbarkeit des Begriffs nur schwerlich nachweisen lässt, muss man einen Schritt weiter gehen. Um Begebenheiten, die im Vorfeld unter dem Begriff „Kult, Fest, Feier, Zeremonie, Ritual“(6) zusammengefasst wurden, zu beschreiben und im Nachhinein bewerten zu können, sind noch aufzustellende Thesen zu finden, mit denen nachgewiesen werden kann, dass es sich um Inszenierungen beziehungsweise Aufführungen handelt.</p>
<p>Hat man dies einmal für einen bestimmten Gegenstand nachgewiesen, kann man davon ausgehend weitere Untersuchungen anstellen, da man so geschickt die Notwendigkeit einer Theatralitätsdefinition umgehen kann.</p>
<p>Wie im Vorfeld bereits näher beschrieben wurde, wird die Politik von ihrer Natur aus für solche Untersuchungen immer wieder als Beispiel herangezogen. Daher soll im Rahmen dieser Arbeit ein anderer Themenkomplex näher untersucht werden.</p>
<p>Die Entscheidung ist auf den Bereich des Gottesdienstes gefallen, weil sich dieser neben der Politik als beständige „cultural performance“(6) über die Jahrhunderte gehalten hat. Wenn Politik eine Inszenierung ist, warum sollte dann nicht etwa ein evangelischer Gottesdienst die Aufführung einer Inszenierung sein?</p>
<h4>Quellen:</h4>
<p>(1) Herloßsohn, Karl: Allgemeines Theaterlexikon oder Encyclopädie alles Wissenswerthen für Theaterfreunde unter Mitwirkung der sachkundigsten Schriftsteller Deutschlands. Neue Ausgabe. 3. Bd. Altenburg und Leipzig 1846.</p>
<p>(2) Fischer-Lichte, Erika: Das System der theatralischen Zeichen: Semiotik des Theaters. Band 1. Tübingen 1983.</p>
<p>(3) Roselt, Jens: Kreatives Zuschauen. Zur Phänomenologie von Erfahrungen im Theater. In: Der Deutschunterricht: Beiträge zu seiner Praxis und wissenschaftlichen Grundlegung, Heft 2, Stuttgart 2004. S. 46 – 56.</p>
<p>(4) Craig, Edward Gordon: Über die Kunst des Theaters. Berlin 1969.</p>
<p>(5) Hiß, Guido: Was analysiere ich wie? Der postmoderne Faust. In: Der Deutschunterricht: Beiträge zu seiner Praxis und wissenschaftlichen Grundlegung. Heft 2. Stuttgart 2002. S. 20 – 30.</p>
<p>(6) Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. 324 S. Wien 2005.</p>
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		<title>Serie: Theater und Religion (06)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 03:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Anrufung
Im Regelfall wird die im letzten Artikel  erwähnte Selbstinszenierung eines Besuchers sich aber in einem dezenten und sozial verträglichen  Rahmen halten. 
Gewöhnlich folgt der zuvor beschriebenen Vorbereitung  nun die erste Phase, die so genannte Anrufung. 
Eingeleitet wird diese dadurch, dass der Pfarrer den Kirchenraum als Letzter betritt. Dies macht er in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Anrufung</h3>
<p>Im Regelfall wird die im letzten Artikel  erwähnte Selbstinszenierung eines Besuchers sich aber in einem dezenten und sozial verträglichen  Rahmen halten. </p>
<p>Gewöhnlich folgt der zuvor beschriebenen Vorbereitung  nun die erste Phase, die so genannte Anrufung. </p>
<p>Eingeleitet wird diese dadurch, dass der Pfarrer den Kirchenraum als Letzter betritt. Dies macht er in gemäßigtem Schritt zumeist entweder durch die Mitte der Bankreihen von hinten herein der aus einer im vorderen Bereich des Kirchenraumes in der linken oder rechten Ecke vorhandenen Tür heraus. </p>
<p>Hinter dieser Tür befindet sich meistens die Sakristei, ein Raum, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich, sondern eher als Umkleidemöglichkeit und dergleichen gedacht ist. Ein Vergleich zu einer Seiten- oder Hinterbühne in einem klassischen Theater drängt sich hier auf.<br />
<span id="more-138"></span><br />
Unabhängig davon, woher der Pfarrer kommt, ist das Ziel seines Ganges der zentriert vor den Zuschauerreihen gebaute Altar. </p>
<p>Begleitet wird dieser Gang in der Regel von pathetischer Orgelmusik und endet damit, dass der Pfarrer sich schweigend, den Altar im Rücken, der Gemeinde zuwendet und diese begrüßt.</p>
<p>Der Altar selber ist in der Regel bereits im Vorfeld mit aussagekräftiger Dekoration bestückt worden, so zum Beispiel Kerzen, einem überdimensionalen, aufgeschlagenem Gebetsbuch, frischen Blumen oder aber einem auf dem Altar stehendem Kreuz. </p>
<p>Je nach Tag im Kirchenkalender kommt hinzu, dass im Vorfeld verschiedene Tücher, ähnlich Flaggen, auf oder über den Altar gespannt wurden. Diese sind mit Symbolen in verschiedenen Farben gestaltet. </p>
<p>Es würde jedoch den Rahmen dieser Reihe sprengen, auf die einzelnen Farben und Symbole, die dort zu sehen sind, einzugehen, daher soll und muss diese Erwähnung genügen.</p>
<p>In einem Psalmgottesdienst folgt nach der Begrüßung ein gemeinsames Gebet, dass diese Phase dann auch schon wieder schließt. </p>
<p>Im Messgottesdienst geht der Pfarrer deutlich ausführlicher vor. Der Begrüßung folgt ein Eingangspsalm, auf den er sich im Laufe des Gottesdienstes immer wieder bezieht. </p>
<p>Von der Funktion her könnte man diesen Psalm als „Motto“ bezeichnen, da er ein Motiv enthält, das immer wieder aufgegriffen wird.</p>
<p>Anschließend wird ein gemeinsames Lied gesungen. In der Regel verhält es sich so, dass der Besucher des Gottesdienstes, als er den Kirchenraum betreten hat, entweder einen fotokopierten Liederzettel mit Text und Noten oder aber ein Liederbuch aus dem kircheneigenen Bestand erhalten hat. </p>
<p>Diese Lieder sind in der Regel durchnummeriert und werden dementsprechend vom Pfarrer genannt. Unterstützt wird diese Nennung von zwei Methoden. </p>
<p>Zum Einen gibt es in älteren Kirchenräumen an der Wand hinter dem Altar eine Art von Steckleiste, auf der Zahlen von einem Kirchenangestellten vorher angebracht werden können. </p>
<p>Zum anderen gibt es aber auch, vor allem in neueren Kirchenräumen, die weit verbreitete Alternative, dass die Nummer des Liedes einfach per Diaprojektor-Technik auf die Wand hinter dem Altar projiziert wird. Eine Verbindung zur modernen multimedialen Inszenierung scheint hier andeutungsweise vorhanden.</p>
<p>Dem Lied folgt, meist von kurzen Worten des Pfarrers begleitet, ein gemeinsames Gebet, das in der Regel allen regelmäßig erscheinenden Besuchern bekannt ist. Nicht unüblich ist es auch, dass dies mehrmals hintereinander wiederholt wird, also im Wechsel ein Lied und ein Gebet. </p>
<p>Stellenweise erinnert dieses gemeinsame Rezitieren bekannter Lieder und Texte an Menschen, die sich über Summen oder ähnliche Lautäußerungen in eine Art Trance bringen wollen.</p>
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		<title>Serie: Theater und Religion (09)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 07:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sendung und Segen
Um den Übergang von der Gemeindeversammlung im Gottesdienst hin zum individuellen Alltagsleben zurück zu realisieren, gehen beide Gottesdienstformen, also sowohl der Messgottesdienst wie auch der Predigtgottesdienst, ähnliche Wege.
Nachdem das Abendmahl durch die Wiedereinnahme der Plätze sowie ein gemeinsames Gebet und vielleicht noch ein Lied abgeschlossen wurde, folgt die vierte Phase, genannt Sendung sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sendung und Segen</h3>
<p>Um den Übergang von der Gemeindeversammlung im Gottesdienst hin zum individuellen Alltagsleben zurück zu realisieren, gehen beide Gottesdienstformen, also sowohl der Messgottesdienst wie auch der Predigtgottesdienst, ähnliche Wege.</p>
<p>Nachdem das Abendmahl durch die Wiedereinnahme der Plätze sowie ein gemeinsames Gebet und vielleicht noch ein Lied abgeschlossen wurde, folgt die vierte Phase, genannt Sendung sowie das zugehörige Segenswort, welches fest geprägt ist.<br />
<span id="more-171"></span><br />
Dem wird zumeist noch ein variables Geleitwort bis hin zum nächsten Gottesdienst hinzugefügt.</p>
<p>Im Predigtgottesdienst zeigt sich hier meist nochmals der Zusammenhang zur Verkündigung auf, da sich hier das Geleitwort mit einer Art Empfehlung darstellt, wie der inhaltliche Kern der zuvor rezipierten Predigt im Alltag der Gläubigen umgesetzt werden kann.</p>
<p>Dem nachgestellt sind zumeist organisatorische Hinweise, die die nahe Zukunft betreffen, etwa andere Gottesdienstveranstaltungen, Taufen, Hochzeiten oder Gemeindeereignisse wie Osterfeuer und dergleichen.</p>
<p>Der Pfarrer begibt sich nun, den Gottesdienst damit offiziell beendend, vom Altar aus durch den im Regelfall vorhandenen Mittelgang zum Ausgang, wobei das Schritttempo dem des Einmarsches  am Anfang entspricht. Begleitet wird dieser Auszug von Orgelmusik oder anderen gegebenenfalls vorhandenen Instrumenten.</p>
<p>Je nach Art und Weise der Musik zum Ausgang hat diese entweder einen besinnlichen oder aber einen begleitenden Charakter. Der Pfarrer stellt sich dann, je nach Witterungsverhältnissen, innen oder außen zu Seiten des Ausgangs auf.</p>
<p>Die Gemeindemitglieder erheben sich dann ebenfalls und begeben sich auch zum Ausgang. Beim Verlassen der Kirche werden sie persönlich vom Pfarrer verabschiedet, in den meisten Fällen mit einem erneuten Hinweis auf den nächstfolgenden Gottesdienst.</p>
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		<title>Serie: Theater und Religion (10)</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 07:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zeichensysteme
In den vorherigen Artikeln ist in groben Zügen die Struktur eines Gottesdienstes dargestellt worden. Randbemerkungen zur Andeutung von Parallelen zum Theater wurden gemacht, doch ist damit noch längst nicht bestimmt, ob es sich bei einem evangelischen Gottesdienst wirklich um eine Aufführung im eigentlichen Sinne handelt.
Um dies nachzuweisen, ist es unabdinglich, ein Axiom(1) anzunehmen. Wenn nachgewiesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zeichensysteme</h3>
<p>In den vorherigen Artikeln ist in groben Zügen die Struktur eines Gottesdienstes dargestellt worden. Randbemerkungen zur Andeutung von Parallelen zum Theater wurden gemacht, doch ist damit noch längst nicht bestimmt, ob es sich bei einem evangelischen Gottesdienst wirklich um eine Aufführung im eigentlichen Sinne handelt.</p>
<p>Um dies nachzuweisen, ist es unabdinglich, ein Axiom(1) anzunehmen. Wenn nachgewiesen wird, dass es sich um eine Inszenierung handelt, dann kann von einer Aufführung ausgegangen werden.</p>
<p>Um nachzuweisen, dass es sich um eine Inszenierung handelt, muss die Inszenierung deduktiv auf ihre einzelnen Bestandteile hin betrachtet werden. Diese müssen separat voneinander betrachtet werden, um dann in einem zweiten Schritt induktiv auf die Inszenierung zurück schließen zu können.</p>
<p><span id="more-176"></span></p>
<p>Ist so eine Inszenierung und in der Folge eine Aufführung nachweisbar, dann kann davon ausgegangen werden, dass es möglich ist, mit den Methoden der Theaterwissenschaft die Inszenierung eines evangelischen Gottesdienst zu analysieren.</p>
<p>Somit wäre die These bewiesen, die Frau Fischer-Lichte schon in Bezug auf die Politik als Gegenstand der Betrachtung bewiesen hat.</p>
<p>Um die einzelnen Bestandteile einer Inszenierung zu untersuchen, erscheint die Systematisierung theatraler Zeichen nach Kowzan(2) als sinnvolles Hilfsmittel. Tadeusz Kowzan unterteilt die Zeichensysteme im Theater nach visuellen und akustischen Zeichen.</p>
<p>Diese Oberkategorien sind nochmals unterteilt nach darstellerbezogenen und raumbezogenen Zeichen. Dieses Modell wurde später von Fischer-Lichte und Elam(3) modifiziert, jedoch nicht grundlegend verändert.</p>
<p>Erika Fischer-Lichte hat weitere Unterteilungen beziehungsweise Kategorisierungen vorgenommen(4), beispielsweise nach den Gegensatzpaaren „transitorisch“ und „lang andauernd“. Transitorisch ist hier auf die darstellerbezogenen Zeichensysteme zu beziehen, lang andauernd eher auf die raumbezogenen Zeichensysteme.</p>
<p>Diese weitere Untergliederung laut Fischer-Lichte erscheint aber aufgrund der Komplexität der hier vermuteten Inszenierung zu feingliedrig und wird daher nicht weiter einbezogen werden.</p>
<p>Zu den visuellen, darstellerbezogenen Zeichen zählen laut Kowzan Mimik, Gestik, Bewegung, Schminke, Frisur und Kostüm. Zu den visuellen, raumbezogenen Zeichen dagegen das, was einen eigentlichen Bühnenraum ausmacht, nämlich Requisiten, Bühnenbild sowie die Beleuchtung.</p>
<p>Interessant ist hierbei, dass die zuvor erwähnten akustischen Zeichensysteme auf beide Unterkategorien, also sowohl darstellerbezogen wie auch raumbezogen angewendet werden können. Hier legt Kowzan besonderen Wert auf die Betrachtung von Sprache, Ton, Musik und Geräuschen.</p>
<p>Um einen evangelischen Gottesdienst überhaupt auf die darstellerbezogenen Zeichensysteme hin untersuchen zu können, ergibt sich hier des Weiteren die Frage, welche Personen als Darsteller betrachtet werden können, ob man einzig den Pfarrer und das Gemeindepersonal als Darsteller betrachtet oder die gesamte Gemeinde etwa.</p>
<p>Davon abhängig scheint auch die Frage, ob es überhaupt so etwas wie einen Bühnenraum gibt oder ob man in diesem Fall nicht eher von einer Art von „environmental theatre“(5), also einer Vermischung von Bühne und Zuschauerraum, ausgehen kann und sollte.</p>
<p>Dies soll in den Artikeln, die in den folgenden Tagen veröffentlicht werden, näher untersucht werden.</p>
<h4>Quellen</h4>
<p>(1) Hilbert, David (Hrsg.):Grundzüge der theoretischen Logik, 6. Auflage. Berlin 1972. S.24f.</p>
<p>(2) Kowzan, Tadeusz: The Sign in the Theatre. In: Diogenes 61. Zürich 1968. S.52 – 80.</p>
<p>(3) Elam, Keir: The Semiotics of Theatre and Drama. London 1980.</p>
<p>(4) Fischer-Lichte, Erika: Das System der theatralischen Zeichen: Semiotik des Theaters. Band 1. Tübingen 1983.</p>
<p>(5) Carlson, Marvin: Places of Performance: The Semiotics of Theatre Architecture. Ithaca/London 1984.</p>
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		<title>Serie: Theater und Religion (17)</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 07:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Perspektiven
Es wurde bewiesen, dass es sich bei einem evangelischen Gottesdienst um die Aufführung einer Inszenierung handeln muss. Dies wurde durch Vergleiche und Rückbezüge zu mehreren praktischen Beispielen und Theorien dargelegt.
Eine Inszenierung ist ihrer Natur nach in einen theatralen Kontext eingebettet. Da es nun, wie im Vorfeld exemplarisch belegt, schwierig war und ist, eine gängige Definition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Perspektiven</h3>
<p>Es wurde bewiesen, dass es sich bei einem evangelischen Gottesdienst um die Aufführung einer Inszenierung handeln muss. Dies wurde durch Vergleiche und Rückbezüge zu mehreren praktischen Beispielen und Theorien dargelegt.</p>
<p>Eine Inszenierung ist ihrer Natur nach in einen theatralen Kontext eingebettet. Da es nun, wie im Vorfeld exemplarisch belegt, schwierig war und ist, eine gängige Definition von Theatralität zu finden, bleibt die Frage offen, ob und inwiefern man, wenn die Rede von einem beispielsweise sonntäglichen Gottesdienst ist, von Theater oder Theatralität sprechen kann.<br />
<span id="more-224"></span><br />
Es ist offensichtlich geworden, dass im Bereich der Gestaltung und Planung eines evangelischen Gottesdienstes Elemente zum Einsatz kommen, wie sie auch im Theater Verwendung finden: Die Gottesdienstordnung der evangelischen Landeskirchen beispielsweise wirkt auf den Außenstehenden wie der Probentext eines Theaterstücks. </p>
<p>Die Gliederung ist zweispaltig, außen stehen Anweisungen, die Rollennamen ähnlich sind, während auf der Innenseite so etwas wie Regieanweisungen und Sprechtext zu finden sind.</p>
<p>Die dort dargestellte Aufteilung in verschiedene Phasen erinnert an Szenen eines Theaterstücks, sie enthält sowohl Prolog als auch Epilog.</p>
<p>Die Durchführung eines Gottesdienstes an sich liegt in der Vorbereitung in den Händen des Pfarrers. </p>
<p>In seinem Ermessen liegt es, wie der Altar gestaltet ist, was inhaltlich vermittelt werden soll und wie letzten Endes sein Auftritt auszusehen hat. Auch ist er Derjenige, der den Küster anweist, was er zu tun und zu lassen hat. </p>
<p>Das erinnert im entfernten Sinne an kleinere Off-Theater, in denen manchmal einer der Schauspieler, also einer der Darsteller, zudem mit der Aufgabe der Regie betraut ist.</p>
<p>In den zuvor beschriebenen Phasen, insbesondere in der des Abendmahls, ist eine Allen bekannte Choreographie von Nöten, damit das Ganze in einem für alle Beteiligten angenehmen Rahmen ablaufen kann. </p>
<p>Diese muss durch ständige Wiederholung einstudiert werden. Wenn an dieser Stelle die Assoziation zu einer Theaterprobe auftritt, ist dies nicht verwunderlich.</p>
<p>Auch die Musik ist ein wichtiges Element. Zwar spielt sie keine übergeordnete Rolle wie beispielsweise der Predigttext in der Anrufung oder das Segenswort in der letzten Phase, doch hat sie, ähnlich dem Schauspiel, unterstützenden beziehungsweise betonenden Charakter.</p>
<p>Diese Aspekte, wie auch viele weitere, können nun mit den der Theaterwissenschaft zur Verfügung stehenden Möglichkeiten analysiert werden. Es handelt sich um Elemente einer Inszenierung, die gesondert betrachtet werden können. </p>
<p>Es ist möglich, sie aus der Perspektive der Fachdisziplin heraus zu beurteilen, ohne sich in Diskurse mit anderen Wissenschaften zur Klärung grundlegender Dinge begeben zu müssen.</p>
<p>Dadurch wird vermieden, dass der Wissenszugewinn durch solche Betrachtungen durch ermüdende Grundsatzdiskussionen zum Erliegen kommt, wie es beispielsweise auf der Tagung zur Findung eines Theatralitätsbegriffs der Fall war.</p>
<p>Des Weiteren eröffnet sich dadurch die Perspektive, nicht alles Theater nennen zu müssen oder theaterähnlich sehen zu wollen, um sich mit eben diesem Gegenstand beschäftigen zu können.</p>
<p>Es wäre wünschenswert, wenn der Theatralität anverwandte Begriffe, die ähnlich inflationären Gebrauch finden, aus den Köpfen der Theaterwissenschaftler verschwinden würden und man sich stattdessen wieder mit dem befasst, was eine Inszenierung ausmacht: der sinnlichen Erfahrung.</p>
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		<title>Blind Date</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 11:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Premiere am 21. Juni 2010 &#8211; Theater im Rathaus, Essen &#8211; 15 Uhr
Was als Schulprojekt angefangen hat, immer weiter Gestalt annahm, findet nun in einer öffentlichen Aufführung seine Vollendung. Am 21. Juni 2010 um 15 Uhr wird sich der Vorhang für die Premiere meiner Inszenierung von Clemens Schäfers &#8220;Blind Date&#8221; öffnen.
Der Stücktext ist das Ergebnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/06/DSCF0605.JPG"><img class="aligncenter size-medium wp-image-740" title="Blind Date" src="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/06/DSCF0605-300x225.jpg" alt="Blind Date" width="300" height="225" /></a><br />
<br />
<h3>Premiere am 21. Juni 2010 &#8211; Theater im Rathaus, Essen &#8211; 15 Uhr</h3>
<p>Was als Schulprojekt angefangen hat, immer weiter Gestalt annahm, findet nun in einer öffentlichen Aufführung seine Vollendung. Am 21. Juni 2010 um 15 Uhr wird sich der Vorhang für die Premiere meiner Inszenierung von Clemens Schäfers &#8220;Blind Date&#8221; öffnen.</p>
<p>Der Stücktext ist das Ergebnis einer ähnlichen Arbeit aus den 90er Jahren, die Clemens Schäfer mit seiner eigenen Theatergruppe entwickelt hat. Danach schon mehrfach von anderen Gruppen umgesetzt, hat das Stück seinen Stand im Amateurtheaterbereich gefestigt und seitdem nichts an Beliebtheit und Aktualität einbüssen müssen</p>
<p>Die Neufassung von Michael Hausdorf zeichnet sich vor Allem dadurch aus, dass das Stück Einiges an Textballast verloren und die Rollen teilweise in ihrer Art und Sprache neuinterpretiert werden. Neue Szenen sind hinzugekommen, tagespolitische Randbemerkungen fanden Einfluss.</p>
<p>Wenn Sie noch eine Karte für die Premiere haben möchten, setzen Sie sich bitte hierzu auf dem üblichen Wege mit mir in Kontakt.</p>
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		<title>Blind Date (Regie: Michael Hausdorf) &#8211; die DVD ist erschienen</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 08:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Blogbesucher,
mit Stolz möchte ich verkünden, dass die DVD zur Produktion &#8220;Blind Date&#8221; erschienen ist.


Erhältlich ist die DVD in zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen:
Blind Date Standard Edition
Eine exzellente Aufnahme im Sinne eines gewissen Retrostils. Zu sehen sind die Produktion an sich sowie die Laudatio, die sich an die eigentliche Premiere angeschlossen hat.



Blind Date Special Extended Edition
Die Blind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Blogbesucher,</p>
<p>mit Stolz möchte ich verkünden, dass die DVD zur Produktion &#8220;Blind Date&#8221; erschienen ist.</p>
<p><a href="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/kurz-vor-der-Premiere-032.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-774" title="Blind Date (Regie: Michael Hausdorf)" src="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/kurz-vor-der-Premiere-032-300x225.jpg" alt="Blind Date (Regie: Michael Hausdorf)" width="300" height="225" /></a><br />
<br />
Erhältlich ist die DVD in zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen:</p>
<p>Blind Date Standard Edition</p>
<p>Eine exzellente Aufnahme im Sinne eines gewissen Retrostils. Zu sehen sind die Produktion an sich sowie die Laudatio, die sich an die eigentliche Premiere angeschlossen hat.<br />
<br />
<a href="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/kurz-vor-der-Premiere-028.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-776" title="Lisa und Sascha in der Maske" src="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/kurz-vor-der-Premiere-028-300x225.jpg" alt="Lisa und Sascha in der Maske" width="300" height="225" /></a><br />
<br />
Blind Date Special Extended Edition</p>
<p>Die Blind Date SEE enthält Backstage-Berichte, das Plakat von Ronald Schröder als handliches PDF, einen Scan der Pressereaktion sowie über 350 Fotos aus den einzelnen Produktionsabschnitten.<br />
<br />
<a href="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/Probenfotos-004.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-777" title="Probenfoto Blind Date (Regie: Michael Hausdorf)" src="http://www.michael-hausdorf.de/wp-content/uploads/2010/08/Probenfotos-004-300x225.jpg" alt="Probenfoto Blind Date (Regie: Michael Hausdorf)" width="300" height="225" /></a><br />
<br />
Blind Date Probenaufnahmen</p>
<p>Auch diese Aufnahmen sind als Doppel-DVD erhältlich. Die Verfügbarkeit beschränkt sich jedoch auf das Produktionsteam an sich. Bei Interesse bitte ich um eine kurze Rückmeldung.</p>
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