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	<title>Michael Hausdorf &#187; Psychologie</title>
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		<title>Serie: Theater und Religion (01)</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 10:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hausdorf</dc:creator>
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In unserem Sprachgebrauch wird der Begriff Theater zumeist eindeutig als Bezeichnung für ein Gebäude oder eine spezielle Richtung der Darstellenden Kunst verwendet. Ein jeder weiß, was ein Theater ist und dass in einem Theater eine oder mehrere Personen ein Theaterstück für andere Personen spielen.
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			<content:encoded><![CDATA[<h3>Theater und Theatralität</h3>
<p>In unserem Sprachgebrauch wird der Begriff Theater zumeist eindeutig als Bezeichnung für ein Gebäude oder eine spezielle Richtung der Darstellenden Kunst verwendet. Ein jeder weiß, was ein Theater ist und dass in einem Theater eine oder mehrere Personen ein Theaterstück für andere Personen spielen.</p>
<p>Verbreitet ist auch der Ausspruch „Was für ein Theater!“, meist eher nicht in Verwendung ob des Lobes an die Qualität einer etablierten Spielstätte, sondern um eine alltägliche Begebenheit zu beschreiben. Eine Situation, die hervorsticht durch besondere Momente. Etwas, dass diese Situation von der gemeinen Situation des schnöden Alltags unterscheidet.</p>
<p>Und letzten Endes kommt es dann und wann vor, dass Jemand meint, dass ihm ein Anderer  „ein Theater vorspiele“. Also eine Situation, die zum Einen durchschaubar gemimt sei und zum Anderen nicht die Wirklichkeit, die sie vorgibt, abbildet.</p>
<p>Um Theater nun nicht aus seiner ursprünglichen Begrifflichkeit lösen zu müssen und um dennoch über Phänomene reden zu können, die in offensichtlich engem Kontext hierzu stehen, hat sich mit der Zeit ein Begriff eingebürgert, der bis heute Verwendung findet, nämlich der der Theatralität.</p>
<p><span id="more-54"></span></p>
<p>Seit langer Zeit beschäftigen sich Theaterwissenschaftler in diesem Kontext auch mit Erscheinungen des Theaters, die außerhalb fester Spielstätten aufgetreten, nämlich Erscheinungen, die man kurz unter der Formel „Kult, Fest, Feier, Zeremonie, Ritual“(1) zusammenfassen kann.</p>
<p>Neben der Theaterwissenschaft wird der Begriff der Theatralität auch in anderen Wissenschaften wie der Psychologie, Philosophie, Anthropologie oder aber auch den Kunst- und Kulturwissenschaften verwendet.</p>
<p>Diese Fachdisziplinen beschreiben damit meistens „mehrdeutige Beziehungen zwischen Gegenständen, Personen und Aktionen“(1). Allerdings ist an dieser Verwendung eine ähnlich inflationäre Handhabungsweise, wie sie dem Begriff „Theater“ widerfahren ist, zu ersehen.</p>
<p>Es werden im interdisziplinären Gebrauch Vorgänge durch Theatralität beschrieben, die theaterähnlich zu sein scheinen, die gewisse Assoziationen zum Theater wecken.</p>
<p>Mehr als ein Jahrzehnt ist es nun her, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu einer Tagung zum Thema „Theatralität“ Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen eingeladen hat, um der Theaterwissenschaft die Möglichkeit zu geben, sich mit diesen über die eigentliche Bedeutung des Begriffs zu verständigen.</p>
<p>Thematisiert wurde dort unter anderem, inwieweit sich beim Auftritt des aktuellen Kanzlerkandidaten der SPD in der Öffentlichkeit von Theatralität sprechen lasse. Entsetzt meldete sich an dieser Stelle die Autorin Sybille Wirsing(2) zu Wort.</p>
<p>Ihrer Meinung nach seien jetzt schon „Generalzweifel an dem Projekt“ anzumelden, da die „die Erforschung des politischen Gebarens den Rahmen der Zuständigkeit der Theaterwissenschaft“ überschreitet.</p>
<p>In diesem Fall ging es um einen Auftritt Gerhard Schröders, der immerhin „ein hochgradiges Politikum“ sei und man spreche „von Leuten, auf deren Schultern zum Beispiel die Bundesrepublik ruht“. Dieses zu beurteilen, oder gar zu analysieren, fiele ihrer Meinung nach „nicht in die Kompetenz von Theaterwissenschaftlern“.</p>
<p>Augenfällig an diesem Zitat ist, dass Wirsing keinen klaren Bezug zum eigentlichen Gegenstand der Tagung, nämlich der Findung einer gemeinsamen Definition von Theatralität, her stellt. Inwiefern das dem eigentlichen Thema dienlich sein wird, werde ich im morgigen Artikel darstellen.</p>
<h4>Quellen:</h4>
<p>(1) Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. 324 S. Wien 2005.</p>
<p>(2)  Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Nicht alles ist Kultur, aber alles ist Theater?“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.Juni 1997, Nr. 122, S. 42. Zitiert nach <a href="http://fazarchiv.faz.net/webcgi?START=A11&amp;T_SEITE=9&amp;WID=16543-2470297-11101_14" target="_blank">FAZ Archiv</a>, letzter Besuch: 25. Juni 2007, 14:25 MEZ</p>
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