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Serie: Theater und Religion (07)

Verkündigung und Bekenntnis

Nach einer individuell verschiedenen Anzahl von Liedern und Gebeten folgt dann die zweite Phase des Gottesdienstes: die Verkündigung.

Die Verkündigung selbst kann als eine zentrale Phase des evangelischen Gottesdienstes gesehen werden. Sie unterscheidet sich von den vorherigen Phasen durch eine gewisse Exklusivität.

In der Regel, über einen längeren Zeitraum von Wochen, Monaten oder gar Jahren gesehen, wird es zu keiner oder kaum einer Änderung sowohl in der in der Durchführung der Begrüßungs- wie auch der Anrufungsphase seitens des Pfarrers und des Gemeindepersonals kommen.

Dies mag zum Einen darin begründbar sein, dass dies in der Gottesdienstordnung der evangelischen Landeskirchen nicht vorgesehen ist. Zum Anderen wurde bereits im Vorfeld erklärt, dass eine gleich bleibende Struktur dem Sinn der ersten beiden Phasen des Gottesdienstes in Bezug auf Konstruktion beziehungsweise Rekonstruktion eines Zusammengehörigkeitsgefühls entgegen kommt.

Inhaltlich betrachtet stellt die Phase der Verkündigung demnach eine Art von Improvisationsteil dar, obwohl eine gewisse Grundstruktur durch so genannte Tageslosungen vorgegeben ist. Diese werden deshalb referiert, um den formellen Rahmen, der seitens der Besucher scheinbar erwartet wird, nicht zu verlassen.

In der Regel wird im Messgottesdienst eine Textpassage aus der Bibel verlesen. Um den Übergang zur eigentlichen Predigt zu gewährleisten, wählt der Pfarrer in den meisten Fällen einen aktuellen Bezug.

Das bekannteste Beispiel hierfür ist der alljährlich am 24. Dezember stattfindende Weihnachtsgottesdienst, der auch von Menschen besucht wird, die man nicht unbedingt als regelmäßige Kirchgänger bezeichnen würde.

Realistisch betrachtet könnte man von diesem speziellen Gottesdienst auch sagen, dass es der wohl am besten besuchte Gottesdienst des Jahres in nahezu jeder Kirche des Landes sein dürfte. Der Anlass, auf den sich der Pfarrer an dieser Stelle beziehen dürfte, ist die Geburt Jesu(1), eine Geschichte, die den meisten Besuchern hinlänglich bekannt ist.

Der Pfarrer wird nun die Geschichte der Geburt Jesu und den zu diesem Anlass stattfindenden Gottesdienst als Bezugspunkt seiner Predigt wählen. Die Wahl der von ihm aufzustellenden These, die er anhand weiterer Bibelzitate belegen wird, scheint hierbei relativ frei und nicht vorgegeben zu sein.

Vom Grundtenor ist sie zumeist Folgende: eine Erinnerung an die Grundsätze des Glaubens und der daraus abgeleiteten christlichen Nächstenliebe. Zumeist wird der Predigende dem moralische Weisungen und Anstöße zur Reflektion des eigenen, alltäglichen Verhaltens beistellen.

Nach dieser Vermischung von Textrezension und deren Bezug auf die Alltagsrealität der Gläubigen wird der Predigtteil von Seiten des Pfarrers beendet. Dem folgt als eigenständiger, jedoch wenig variierbarer Teil dieser Phase des Gottesdienstes das Glaubensbekenntnis, welches eine kanonisierte Zustimmung der Gemeinde zum verkündigten Wort Gottes darstellt.

Nicht unüblich ist auch an dieser Stelle, die in der Gemeinde des Weiteren vorhandenen Ressourcen wie beispielsweise einen Chor oder eventuell vorhandene Instrumentalmusiker zur akustischen Untermalung mit einzubeziehen.

Unterstrichen wird die Zustimmung noch durch das Dankopfer und die Fürbitten. Das Dankopfer ist auch als Kollekte bekannt. Die Kollekte soll dazu beitragen, den Notleidenden zu helfen. Die Fürbitten dienen dazu, den Wunsch nach Frieden und Erfüllung im Glauben nochmals zu betonen.

Quellen

(1) Neues Testament, vgl. Lukas 2,7 & Matthäus 11,29

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