Donnerstag, 25. Juni 2009
Politik als Inszenierung
Sieht man einmal von der durch Wirsing ausgedrückten Geringschätzung der gastgebenden Fachdisziplin ab, dann wird hier unbeabsichtigt ein weitaus größerer und bedeutenderer Themenkomplex angesprochen: es gibt bis heute keine eindeutige Definition des Begriffs Theatralität.
Kann man dennoch davon ausgehen, dass Theorien, Begrifflichkeiten und Sichtweisen der Theaterwissenschaft deswegen trotzdem auf andere Bereiche als das Theater anwendbar sind?
Ist es vertretbar, dass sich Theaterwissenschaftler auch mit anderen Gegenständen wie der Tagespolitik oder dem Gebaren eines Politikers beschäftigen und eine im wissenschaftlichen Diskurs um ein solches Thema von anderen Disziplinen respektierbare Meinung einnehmen können?
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Tags:Analyse, Erika Fischer-Lichte, Herfried Münkler, Irrelevanzthese, Manipulationsthese, Methoden, Michael Hausdorf, Politik als Inszenierung, SPD Leipziger Parteitag 1998, Theaterwissenschaft, Theatralität, wissenschaftlicher Diskurs
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Freitag, 26. Juni 2009
Inszenierung und Aufführung
Fischer-Lichte hat in ihrem Vortrag den Begriff der Inszenierung als Herleitungsschritt benutzt. Dazu hat sie eine Definition dieses Begriffs gewählt, wie er auch im Allgemeinen Theaterlexikon verzeichnet ist: Inszenierung meint „das Ordnen des Personals und des Materials zum Ganzen der Darstellung einer dramatischen Dichtung“(1).
Sie führt des Weiteren aus, dass in den letzten dreißig Jahren zudem eine Öffnung des Begriffs stattgefunden hat, so dass er auf alle Prozesse Anwendung finden kann, bei denen das Ordnen der Personen und des Materials dazu dient, etwas in Hinblick „auf eine bestimmte Wahrnehmung erfahrbar zu machen“(2).
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Tags:Allgemeines Theaterlexikon, Andreas Kotte, Aufführung, Bild, cultural performance, Darstellung, die Kunst des Theaters, Edward Gordon Craig, Erika Fischer-Lichte, evangelisch, Feier, Fest, Gemeinschaft, Geräusch, Gottesdienst, Guido Hiß, Inszenierung, Interaktion, Jens Roselt, Karl Herloßsohn, Körper, Kult, Michael Hausdorf, Musik, Phänomenologie von Erfahrungen im Theater, Planung, Politik, Probe, Produktion, Raum, Rezeption, Ritual, stimmliche Artikulation, System der theatralischen Zeichen, szenische Elemente, Theater, Theaterwissenschaft, These, Wahrnehmung, Zeichensystem des Theaters, Zeremonie
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Freitag, 03. Juli 2009
Zeichensysteme
In den vorherigen Artikeln ist in groben Zügen die Struktur eines Gottesdienstes dargestellt worden. Randbemerkungen zur Andeutung von Parallelen zum Theater wurden gemacht, doch ist damit noch längst nicht bestimmt, ob es sich bei einem evangelischen Gottesdienst wirklich um eine Aufführung im eigentlichen Sinne handelt.
Um dies nachzuweisen, ist es unabdinglich, ein Axiom(1) anzunehmen. Wenn nachgewiesen wird, dass es sich um eine Inszenierung handelt, dann kann von einer Aufführung ausgegangen werden.
Um nachzuweisen, dass es sich um eine Inszenierung handelt, muss die Inszenierung deduktiv auf ihre einzelnen Bestandteile hin betrachtet werden. Diese müssen separat voneinander betrachtet werden, um dann in einem zweiten Schritt induktiv auf die Inszenierung zurück schließen zu können.
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Tags:akustisch, Aufführung, Axiom, Beleuchtung, Bewegung, Bühnenbild, Bühnenraum, Darsteller, Erika Fischer-Lichte, evangelisch, Frisur, Gestik, Gottesdienst, Inszenierung, Methoden, Michael Hausdorf, Mimik, Politik als Inszenierung, Raum, Requisite, Schminke, System der theatralischen Zeichen, Theater, visuell
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Sonntag, 05. Juli 2009
Ein historisches Beispiel
Wie zuvor dargestellt, ist es problematisch, in Bezug auf einen evangelischen Gottesdienst die Bereiche Person und Rolle zu trennen. Das wirft allerdings auch die Vermutung auf, dass eben diese Untrennbarkeit der Schlüssel zur Analyse der darstellerbezogenen Zeichensysteme nach Kowzan(1) zu sein scheint. Es erscheint daher unzweckmäßig, die Herleitung einzig und allein auf bloße theoretische Logik zu verlagern. Bei Nachforschungen zu dem vermuteten Zusammenhang fiel der Blick auf eine historische Epoche oder besser gesagt, eine Person einer historischen Epoche, die in diesem Kontext durch ihr Leben und Handeln eine Verbindung zwischen Person und Rolle geschaffen hat.
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Tags:Analyse, darstellerbezogen, Erika Fischer-Lichte, evangelisch, Fest, Gottesdienst, höfisch, Logik, Ludwig XIV., Michael Hausdorf, Person, Peter Burke, Rolle, Sonnenkönig, Tadeusz Kowzan, Theater, Theaterwissenschaft, Theatralität, Versailles
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Montag, 06. Juli 2009
Die Feste in Versailles
Das Konzept der Festveranstaltungen in den Gärten von Versailles gestaltete sich durchweg anders als die vorherigen öffentlichen Veranstaltungen.
Während in der Öffentlichkeit größter Wert auf eine schon beinahe rituelle Repräsentation des Königs wert gelegt wurde, ging man hier andere Wege. Ludwig orientierte sich mehr und mehr am Vorbild des Theaters und verstand es offensichtlich wie kein Anderer, dessen Mittel der Darstellung für seine Zwecke zu nutzen. (weiterlesen …)
Tags:Darsteller, die Kunst des Theaters, Eric Bentley, Erika Fischer-Lichte, Ludwig XIV., Michael Hausdorf, Mythos, Olymp, Peter Burke, Rolle, Theater, Theaterstück, Theaterwissenschaft, Theatralität, Thetis, Versailles, Zuschauer
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Mittwoch, 08. Juli 2009
Der Bruch in der Zeit
Eliade sieht einen Bruch zwischen dem, was er heilige Zeit nennt, und dem, was er profane Zeit nennt. Ihm zufolge ist beispielsweise die Teilnahme an einem religiösen Fest in einem heiligen Raum eine Art von Heraustreten aus der normalen Zeit, in der man sich auf die Ursprünge des Glaubens besinnt.
Dadurch, zumindest temporär, wird der Mensch wieder ein Teil dieser Zeit. Er führt des Weiteren(1) an, dass das Zeitempfinden eines Gläubigen sich dadurch erheblich von dem eines Nicht-Gläubigen unterscheidet, da der Gläubige sich innerhalb des Kirchenjahres anhand dieser Feste in seinem Lebensraum orientieren kann, während der Nicht-Gläubige in diesem Fall auf sich selbst gestellt ist.
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Tags:Bruch der Zeit, der heilige Raum, Erika Fischer-Lichte, Gemeinschaft auf Zeit, Jens Roselt, Manifestation des Heiligen, Michael Hausdorf, Mircea Eliade, sinnliche Erfahrung, Tadeusz Kowzan, Theater, Theaterwissenschaft, Theatralität
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