. .

Serie: Theater und Religion (02)

Donnerstag, 25. Juni 2009

Politik als Inszenierung

Sieht man einmal von der durch Wirsing ausgedrückten Geringschätzung der gastgebenden Fachdisziplin ab, dann wird hier unbeabsichtigt ein weitaus größerer und bedeutenderer Themenkomplex angesprochen: es gibt bis heute keine eindeutige Definition des Begriffs Theatralität.

Kann man dennoch davon ausgehen, dass Theorien, Begrifflichkeiten und Sichtweisen der Theaterwissenschaft deswegen trotzdem auf andere Bereiche als das Theater anwendbar sind?

Ist es vertretbar, dass sich Theaterwissenschaftler auch mit anderen Gegenständen wie der Tagespolitik oder dem Gebaren eines Politikers beschäftigen und eine im wissenschaftlichen Diskurs um ein solches Thema von anderen Disziplinen respektierbare Meinung einnehmen können?
(weiterlesen…)

Popularity: 84% [?]

Serie: Theater und Religion (06)

Montag, 29. Juni 2009

Die Anrufung

Im Regelfall wird die im letzten Artikel erwähnte Selbstinszenierung eines Besuchers sich aber in einem dezenten und sozial verträglichen Rahmen halten.

Gewöhnlich folgt der zuvor beschriebenen Vorbereitung nun die erste Phase, die so genannte Anrufung.

Eingeleitet wird diese dadurch, dass der Pfarrer den Kirchenraum als Letzter betritt. Dies macht er in gemäßigtem Schritt zumeist entweder durch die Mitte der Bankreihen von hinten herein der aus einer im vorderen Bereich des Kirchenraumes in der linken oder rechten Ecke vorhandenen Tür heraus.

Hinter dieser Tür befindet sich meistens die Sakristei, ein Raum, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich, sondern eher als Umkleidemöglichkeit und dergleichen gedacht ist. Ein Vergleich zu einer Seiten- oder Hinterbühne in einem klassischen Theater drängt sich hier auf.
(weiterlesen…)

Popularity: 30% [?]

Serie: Theater und Religion (10)

Freitag, 03. Juli 2009

Zeichensysteme

In den vorherigen Artikeln ist in groben Zügen die Struktur eines Gottesdienstes dargestellt worden. Randbemerkungen zur Andeutung von Parallelen zum Theater wurden gemacht, doch ist damit noch längst nicht bestimmt, ob es sich bei einem evangelischen Gottesdienst wirklich um eine Aufführung im eigentlichen Sinne handelt.

Um dies nachzuweisen, ist es unabdinglich, ein Axiom(1) anzunehmen. Wenn nachgewiesen wird, dass es sich um eine Inszenierung handelt, dann kann von einer Aufführung ausgegangen werden.

Um nachzuweisen, dass es sich um eine Inszenierung handelt, muss die Inszenierung deduktiv auf ihre einzelnen Bestandteile hin betrachtet werden. Diese müssen separat voneinander betrachtet werden, um dann in einem zweiten Schritt induktiv auf die Inszenierung zurück schließen zu können.

(weiterlesen…)

Popularity: 17% [?]

Blind Date

Samstag, 12. Juni 2010

Blind Date

Premiere am 21. Juni 2010 – Theater im Rathaus, Essen – 15 Uhr

Was als Schulprojekt angefangen hat, immer weiter Gestalt annahm, findet nun in einer öffentlichen Aufführung seine Vollendung. Am 21. Juni 2010 um 15 Uhr wird sich der Vorhang für die Premiere meiner Inszenierung von Clemens Schäfers “Blind Date” öffnen.

Der Stücktext ist das Ergebnis einer ähnlichen Arbeit aus den 90er Jahren, die Clemens Schäfer mit seiner eigenen Theatergruppe entwickelt hat. Danach schon mehrfach von anderen Gruppen umgesetzt, hat das Stück seinen Stand im Amateurtheaterbereich gefestigt und seitdem nichts an Beliebtheit und Aktualität einbüssen müssen

Die Neufassung von Michael Hausdorf zeichnet sich vor Allem dadurch aus, dass das Stück Einiges an Textballast verloren und die Rollen teilweise in ihrer Art und Sprache neuinterpretiert werden. Neue Szenen sind hinzugekommen, tagespolitische Randbemerkungen fanden Einfluss.

Wenn Sie noch eine Karte für die Premiere haben möchten, setzen Sie sich bitte hierzu auf dem üblichen Wege mit mir in Kontakt.

Popularity: 6% [?]