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Serie: Theater und Religion (01)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Theater und Theatralität

In unserem Sprachgebrauch wird der Begriff Theater zumeist eindeutig als Bezeichnung für ein Gebäude oder eine spezielle Richtung der Darstellenden Kunst verwendet. Ein jeder weiß, was ein Theater ist und dass in einem Theater eine oder mehrere Personen ein Theaterstück für andere Personen spielen.

Verbreitet ist auch der Ausspruch „Was für ein Theater!“, meist eher nicht in Verwendung ob des Lobes an die Qualität einer etablierten Spielstätte, sondern um eine alltägliche Begebenheit zu beschreiben. Eine Situation, die hervorsticht durch besondere Momente. Etwas, dass diese Situation von der gemeinen Situation des schnöden Alltags unterscheidet.

Und letzten Endes kommt es dann und wann vor, dass Jemand meint, dass ihm ein Anderer „ein Theater vorspiele“. Also eine Situation, die zum Einen durchschaubar gemimt sei und zum Anderen nicht die Wirklichkeit, die sie vorgibt, abbildet.

Um Theater nun nicht aus seiner ursprünglichen Begrifflichkeit lösen zu müssen und um dennoch über Phänomene reden zu können, die in offensichtlich engem Kontext hierzu stehen, hat sich mit der Zeit ein Begriff eingebürgert, der bis heute Verwendung findet, nämlich der der Theatralität.

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Serie: Theater und Religion (03)

Freitag, 26. Juni 2009

Inszenierung und Aufführung

Fischer-Lichte hat in ihrem Vortrag den Begriff der Inszenierung als Herleitungsschritt benutzt. Dazu hat sie eine Definition dieses Begriffs gewählt, wie er auch im Allgemeinen Theaterlexikon verzeichnet ist: Inszenierung meint „das Ordnen des Personals und des Materials zum Ganzen der Darstellung einer dramatischen Dichtung“(1).

Sie führt des Weiteren aus, dass in den letzten dreißig Jahren zudem eine Öffnung des Begriffs stattgefunden hat, so dass er auf alle Prozesse Anwendung finden kann, bei denen das Ordnen der Personen und des Materials dazu dient, etwas in Hinblick „auf eine bestimmte Wahrnehmung erfahrbar zu machen“(2).
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Serie: Theater und Religion (05)

Sonntag, 28. Juni 2009

Die Eröffnung

Im Messgottesdienst, einer eher ökumenisch orientierten Gottesdienstform, wird der eigentlichen Verkündigung ein einleitender Teil vorangestellt. Dieser ist je nach Kirche und Pfarrer durch sehr individuelle Handlungen gekennzeichnet.

Das erklärt sich zum einen dadurch, dass sich jede Kirche, oder aber auch der im Winter stattdessen gelegentlich genutzte Gemeindesaal, von anderen Kirchen oder Sälen in baulicher Weise unterscheidet.
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Serie: Theater und Religion (06)

Montag, 29. Juni 2009

Die Anrufung

Im Regelfall wird die im letzten Artikel erwähnte Selbstinszenierung eines Besuchers sich aber in einem dezenten und sozial verträglichen Rahmen halten.

Gewöhnlich folgt der zuvor beschriebenen Vorbereitung nun die erste Phase, die so genannte Anrufung.

Eingeleitet wird diese dadurch, dass der Pfarrer den Kirchenraum als Letzter betritt. Dies macht er in gemäßigtem Schritt zumeist entweder durch die Mitte der Bankreihen von hinten herein der aus einer im vorderen Bereich des Kirchenraumes in der linken oder rechten Ecke vorhandenen Tür heraus.

Hinter dieser Tür befindet sich meistens die Sakristei, ein Raum, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich, sondern eher als Umkleidemöglichkeit und dergleichen gedacht ist. Ein Vergleich zu einer Seiten- oder Hinterbühne in einem klassischen Theater drängt sich hier auf.
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